In diesem Beitrag geht es einerseits um die Frage, wie eng die Beziehungen zwischen erwachsenen Kindern und ihren Eltern in der Bundesrepublik Deutschland generell sind. Andererseits wird untersucht, warum manche intergenerationalen Beziehungen enger und andere weniger eng sind. Dabei werden zunächst theoretisch vier Determinantengruppen entwickelt, nämlich Opportunitätsstrukturen, Bedürfnisstrukturen, familiale Strukturen und kulturell-kontextuelle Strukturen. Die empirischen Analysen basieren auf den Daten des Sozio-ökonomischen Panels. Sie belegen zunächst, daß die allermeisten Eltern und erwachsenen Kinder zumindest von engen intergenerationalen Beziehungen berichten, wobei dies noch mehr für die Eltern als für die Kinder zutrifft. Die engsten Beziehungen bestehen zwischen ostdeutschen Müttern und Töchtern, die vergleichsweise flüchtigsten zwischen westdeutschen Söhnen und Vätern. Hinsichtlich der vier Determinantengruppen zeigt sich, daß diese allesamt bedeutsam sind. Die entsprechenden theoretischen Hypothesen werden (anhand von deskriptiven Auswertungen und geordneten Probit-Modellen) zum Teil belegt, zum Teil widerlegt und zum Teil differenziert.