Der Übergang von der Grundschule in die mehrgliedrige Sekundarstufe ist in Deutschland entscheidend für den weiteren Bildungsverlauf, da spätere Wechsel der Schulform zwar möglich sind, aber nur relativ selten stattfinden. In diesem Papier betrachten wir den Einfluss der Akzeptanz der Schullaufbahnempfehlungen am Ende der Grundschulzeit auf den Bildungsverlauf bis zum Alter von 17 Jahren. Die Datengrundlage bildet das Sozio-oekonomische Panel (SOEP). Unsere Untersuchungsgruppe besteht aus Personen, die zwischen 1984 und 1991 geboren sind. In den Analysen zeigt sich, dass die soziale Strukturiertheit der Akzeptanz von Empfehlungen zum Ende der Grundschulzeit auch später noch nachwirkt. Insbesondere für Kinder von Eltern mit höherer Bildung zahlt sich die Ablehnung einer niedrigeren Empfehlung aus, wenn man den Besuch des Gymnasiums mit 17 Jahren als Maß für den Schulerfolg betrachtet. Geht man davon aus, dass der Besuch eines Gymnasiums in diesem Alter den späteren Abschluss prädeterminiert, hat dieses Ergebnis auch einen Einfluss auf den weiteren Bildungsverlauf, da nur das Abitur die Zugangsberechtigung für Hochschulen gewährt. Die Ergebnisse interpretieren wir als Bestätigung der Hypothese, dass die Ablehnung von Grundschulempfehlungen eine besondere Form sekundärer Herkunftseffekte darstellt.